SOFIA fliegt dieses Jahr zum letzten Mal

Bildquelle: dir.de

Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA ist ein Teleskop, das nicht am Boden steht oder wie das Weltraumteleskop Hubble in einer Umlaufbahn die Erde umrundet, sondern in einer umgebauten Boing 747 bis in die Stratosphäre fliegt, oberhalb von 12 km Höhe, um zumindest die Infrarot-Absorption in der Troposphäre zu 99% zu umgehen.

SOFIA ist seit dem 30. November 2010 im Einsatz und war für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren konzipiert. Doch das Flugzeug ist alt, von 1977, die Betriebskosten sind hoch, und die Notwendigkeit besteht dank Alternativen wie Hubble nicht mehr. Spätestens am 30. September 2022 soll SOFIA deshalb außer Betrieb gehen.

SOFIA, ein gemeinsames Projekt der NASA und der Deutschen Raumfahrt-Agentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), hatte nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung. Die Entwicklung begann 1996, das „erste Licht“ wurde 2010 erblickt und die Plattform 2014 für voll funktionsfähig erklärt. Die fünfjährige Hauptmission wurde 2019 beendet, eine dreijährige Missionsverlängerung läuft in diesem Jahr aus.

Die Instrumente des Teleskops arbeiten im nahen, mittleren und fernen Infrarot, und da die Boeing 747 nach jedem Flug landet, hatten die Ingenieure die Möglichkeit, die Nutzlast zu warten und zu aktualisieren. Doch auch dies lohnt nun den Betrieb nicht mehr – Hubble übertrifft seit langem die Leistung von SOFIA.

Erfolglos war SOFIA jedoch nicht; zu den Entdeckungen der Mission gehört der Nachweis von Wasser auf der sonnenbeschienenen Oberfläche des Mondes im Jahr 2020. Bis zum Ende der Mission sind weitere Flüge für das Observatorium geplant, darunter auch ein Abstecher nach Neuseeland.

Quelle: funkamateur.de (DL2MCD)

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Wie fotografiert man ein schwarzes Loch?

Bildquelle: securnews.ch

Gerade geht es wieder durch die Presse, ein Bild eines Schwarzen Lochs. Das erste „Foto“ dieser Art entstand vor drei Jahren von einem Schwarzen Loch in der elliptischen Riesengalaxie M87 im Virgo-Galaxienhaufen. Das „neue“ schaut zwar ähnlich aus, ist aber nun aus unser eigenen Milchstraße.

Natürlich kann man ein Schwarzes Loch nicht direkt aufnehmen: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts!“ Wohl aber das, was es in seinem Umfeld anrichtet. Dort herrscht nämlich erhöhte Strahlung, weil die Materie ins schwarze Loch gesaugt und dabei beschleunigt wird. Tatsächlich handelt es sich auch um kein Foto, sondern um ein errechnetes Bild, denn die Beobachtung erfolgte durch ein Array von Radioteleskopen, dem Event Horizon Telescope. Es folgten teils bis zu 5 Jahre Rechenarbeit auf Hochleistungscomputern, um hieraus ein für unsereins erkennbares Bild zu erzeugen.

Das neue Bild ist der erste direkte visuelle Nachweis für die Anwesenheit dieses Schwarzen Lochs. Es wurde vom Event Horizon Telescope (EHT) aufgenommen, einem Netzwerk, das acht bestehende Radioobservatorien auf der ganzen Welt zu einem einzigen virtuellen Teleskop von der Größe der Erde verbunden hat. Das Teleskop ist nach dem Ereignishorizont benannt, der Grenze des schwarzen Lochs, hinter der kein Licht mehr entweichen kann.

Obwohl wir den Ereignishorizont selbst nicht sehen können, weil er kein Licht aussenden kann, zeigt glühendes Gas, das um das schwarze Loch kreist, eine verräterische Signatur: eine dunkle zentrale Region (Schatten genannt), die von einer hellen ringförmigen Struktur umgeben ist.

Zu dem EHT-Netzwerk von Radioobservatorien, das dieses Bild ermöglicht hat, gehören neben anderen Einrichtungen auch das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) und das Atacama Pathfinder EXperiment (APEX) in der Atacama-Wüste in Chile, an dem die ESO im Namen ihrer europäischen Mitgliedsstaaten als Partner beteiligt ist und mitarbeitet.

Das Schwarze Loch, dessen Bild vor drei Jahren entstand, befand sich sogar noch zweitausend Mal weiter entfernt im All als das Schwarze Loch in der Milchstraße. Doch es war auch tausend Mal schwerer als unser „eigenes“ Schwarzes Loch – und damit sitzt es ruhiger im All und war leichter abzubilden. Zudem ist das Schwarze Loch in der Mitte unserer Heimatgalaxie von der Erde aus eigentlich gar nicht zu sehen. Für die Radioteleskope spielte dies jedoch keine Rolle.

Quelle: funkamateur.de (DL2MCD)

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